Deutsche Botschaftsschule Peking

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Sie sind hierDSPUmfeldProjekt SichuanBericht 12/2008

Eine Schule für Sichuan

Peking, 15. Dezember 2008

Liebe Deutsche in Peking,

nachdem wir Ihnen Ende September den letzten ausführlichen Zwischenbericht gegeben haben, hier nun die neuesten Entwicklungen.

Die Spenden

Neben den zugesagten Sachspenden konnten wir fast RMB 600.000 an Geldspenden sammeln.
Wir wollen an dieser Stelle allen Spendern ganz herzlich danken. Es gab vielfältige Initiativen.
Die SchülerInnen der Deutschen Botschaftsschule organisierten unmittelbar nach dem Erdbeben eine dreitägige Benefizveranstaltung und sammelten für diesen Zweck. MitarbeiterInnen der deutschen Unternehmen, der Botschaft und der Deutschen Botschaftsschule und ihre Familienmitglieder und viele viele weitere Deutsche (nicht nur aus Peking) beteiligten sich; sogar von der Stadtverwaltung Köln konnten wir eine Spende entgegennehmen. Eine weitere Großspende erhielt das Projekt von der Firma Schüco.

Das Projekt Candlelight der Deutschen Botschaftsschule stellte eine große Summe aus Einnahmen eines Festes an der Schule zur Verfügung. Die deutschsprachigen christlichen Kirchengemeinden in Peking stellten Kollekten aus Gottesdiensten zur Verfügung.
… und viele Kinder leerten ihre Sparbüchse, um das Geld in die Spendenboxen zu stecken und damit anderen Kindern in Sichuan zu helfen …

Die Schule in Sichuan

Auf unsere Absichtserklärung an die China Education Development Foundation (CEDF), mit der wir beim Aufbau der Schulen zusammen arbeiten wollen, haben wir eine sehr positive Antwort erhalten:
Die CEDF hatte uns im September als zu fördernde Schule die Mittelschule in Pengzhou vorgeschlagen mit der Aussicht, dort auch Deutsch als Fremdsprache einzuführen.

Ein Besuch von Frau Tünnermann aus dem Projektteam im Oktober führte jedoch zu dem Ergebnis, dass für den Aufbau dieser Schule reichlich Gelder zur Verfügung stehen, so dass die Hilfe aus unserem Projekt nicht mehr dringend benötigt wird.

Aufgrund dieser Erkenntnis haben wir wieder Kontakt mit der CEDF aufgenommen, unsere Gründe erläutert und um Benennung einer weiteren Schule gebeten. Innerhalb kürzester Zeit wurde uns eine neue Schule genannt, die Yinghua Middle School in der Stadt Shifang.
Das schwere Erdbeben vom 12. Mai hat an der Schule schwere Schäden verursacht. 80 Lehrer und Schüler sind ums Leben gekommen, 68 wurden schwer verletzt, 4 davon haben Gliedmaßen verloren. Das gesamte Schulgelände wurde schwer beschädigt. Das Unterrichtsgebäude ist zusammengestürzt. Die komplette Unterrichtsausstattung war zerstört. Der direkte finanzielle Schaden an Gebäuden sowie Lehrmaterial, Unterrichtsausstattung etc. beläuft sich auf über 23 Mio. RMB.
Die Yinghua Middle School befindet sich in der vom Erdbeben schwer betroffenen Stadt Shifang und hat dieses Semester 334 Schüler und 34 Lehrerkräfte, darunter 105 Schüler in der 7. Klasse, 113 in der 8. Klasse und 116 in der 9. Klasse. 180 davon sind Internatsschüler. Die Schule nimmt eine Fläche von 8950 qm ein.

 

Momentan werden die Schüler in einer provisorischen Schule unterrichtet. Es ist geplant, die Schule als Middle School für insgesamt 1200 Schüler wieder aufzubauen, von denen 900 Internatsschüler sein werden. Die Schüler sollen aus den drei benachbarten Kreisen kommen. Auf dem ursprünglichen Grundstück sollen ein Unterrichts- und Verwaltungsgebäude und ein Schülerwohnheim gebaut sowie ein Sportplatz werden. Die Wiederaufbaukosten werden von der Central Military Commission übernommen. Weitere Spenden werden benötigt für Einrichtung der Bibliothek, Sportgeräte, Lehrmaterial, Unterrichtsausstattung sowie Schuluniformen.

Nach Plan soll die neue Schule vor dem 01. September 2009 bezugsfähig sein. Der Schulleiter, Herr Liang, mit dem wir auch in Kontakt stehen, ist sehr begeistert von der Idee über eine Partnerschaft mit DSP. Da es sich allerdings nur um eine Schule mit 9 Schuljahren handelt, kann Deutsch als Fremdsprache mit qualifizierendem Abschluss nicht eingeführt werden.

 

Der aktuelle Stand

Mit fachlicher Unterstützung von Rödl und Partner haben wir in Zusammenarbeit mit der CEDF die Erstellung des Vertrages fachlich vorbereitet. Am 11. Dezember konnte der Vertrag feierlich in den Räumen der Deutschen Botschaftsschule Peking unterzeichnet werden. Dabei konnte von Seiten des Projektes ein Scheck über RMB 590.000 an die CEDF überreicht werden.

Der nächste Schritt wird nun sein, dass wir Anfang nächsten Jahres eine detaillierte Liste mit der Aufstellung der Maßnahmen (inkl. der jeweiligen Kosten) vorgelegt bekommen, der wir dann zustimmen müssen. Erst dann wird die entsprechende Summe von Seiten der CEDF für die Schule freigegeben.

Das Team wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr (auf eigene Kosten) eine Reise zur Schule unternehmen, um sich von den Fortschritten vor Ort zu überzeugen. Ggf. werden einzelne Teammitglieder auch eine zwischenzeitliche Betreuung des Projektes vor Ort durchführen, soweit es sich mit dienstlichen oder sonstigen geplanten Reisen verbinden lässt.