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Dr. Andreas Wistoff
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Vorgeschichte

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Die Voraussetzung für die Schulgründung war ähnlich wie heutzutage: Deutsche ‚Expats‘ und Mitarbeiter der Gesandtschaft arbeiteten und lebten mit ihren Familien in Peking. 25 schulpflichtige deutsche Kinder waren Ende 1913 in der Stadt, und nicht alle Familien fanden den privaten Unterricht bei einer Hauslehrerin hinreichend. Die Zahl der Kinder war genügend groß, an die Gründung einer ordentlichen deutschen Schule zu denken, zumal die bestehende französische, von Ordensfrauen geführte Schule als altmodisch galt.

Die deutsche Schulgründung in Peking war nicht die erste in China um die Jahrhundertwende. Begonnen wurde die Reihe 1895 in Shanghai, gefolgt von 1899 in Tsingtau (Qingdao) und 1913 in Hankou. Ebenfalls 1914 kam eine deutsche Schule in Jinanfu dazu, später folgten Shenyang (1925), Harbin (1927), Nanjing (1933). Meist gingen die Impulse von deutschen Geschäftsleuten aus. Unter allen deutschen Schulen hatte die Kaiser-Wilhelm-Schule in Shanghai die größte Bedeutung mit 300 Schülern und deutscher Reifeprüfung.

Die Jahre 1914 bis 1920

Am 22. Januar 1914 wurde der „Deutsche Schulverein Peking“ gegründet, der im Gebäude der Deutsch-Asiatischen Bank ansässig war, sein Vorsitzender war der preußische Konsul Heinrich Cordes. Zunächst überlegte man, welche Schulform überhaupt zu wählen sei. Von mehreren Seiten wurde eine deutsch-chinesische Schule gewünscht (ähnlich heutigen Begegnungsschulen). Der schultechnische Beirat der Deutschen Gesandtschaft sprach sich für dieses Modell aus, zumal einige chinesische Beamte schon länger gewünscht hatten, ihre Kinder an einer deutschen Schule unterrichten zu lassen, und auch englische Familien hatten Interesse signalisiert (fast gleichzeitig wurde dann eine britische Schule gegründet). Dieses Interesse an einer deutsch-chinesischen Schule lag begründet in einer früheren Pekinger Einrichtung, die 1905 von einem Unteroffizier des deutschen Expeditionskorps gegründet und in den ersten Jahren auch durch das Deutsche Reich subventioniert worden war. Diese Schule, die den chinesischen Namen „Dehua Xuetang“ (Langzeichen: XXXX) getragen hatte, ging 1909 in andere Leitung über, bis sie während der Revolution 1911 aufgelöst wurde.

Auf der Gründungsversammlung entschied sich jedoch die Mehrheit der Beteiligten schließlich gegen dieses Modell und beschloss die Einrichtung einer deutschen Schule nach den Richtlinien der „Tsingtauer Gouvernementsschule“. Als Lehrerin und gleichzeitige Schulleiterin wurde Fräulein Lina Holland verpflichtet.

Die Deutsche Schule in Peking begann ihren Unterricht am 16. Februar 1914 mit neun Schülern im Alter von 6 bis 10 Jahren in einer Militärbaracke auf dem Stützpunkt der Kaiserlichen Marine-Infanterie (des „Ost-Asiatischen Marine Detachements“), unweit der Deutschen Gesandtschaft am östlichen Ende der Legation Street, die heute noch besteht. Mit Kriegsbeginn wurden die deutschen Reservisten und Gesandtschaftswachen nach Qingdao kommandiert (was die Raumprobleme der Schule löste), und gleichzeitig flüchteten deutsche Frauen und Kinder aus der bedrängten Kolonie nach Peking, woraufhin die Schülerzahl auf 49 in acht Jahrgangsstufen stieg, deren Unterricht von freiwilligen, pädagogisch ambitionierten Helfern unterstützt wurde.

Zum Ende des Ersten Weltkriegs, im November 1918, wurde der Unterricht zunächst ausgesetzt, im Februar 1919 wurde der Schulverein aufgelöst und die Schule wegen der Repatriierungsbefehle der alliierten Siegermächte geschlossen. Während in Shanghai die Deutschen im März 1919 von britischen Schiffen außer Landes gebracht wurden, fand die Anordnung in Peking keine konsequente Anwendung, so dass einige Deutsche in der Stadt blieben. Die Deutsche Schule konnte im April 1919 wieder öffnen und blieb bestehen, auch gegen die Anweisung des Versailler Vertrags vom Sommer 1919, der die Schließung aller deutschen Institutionen in China vorgeschrieben hatte. Um Aufsehen zu vermeiden, zog die Schule an den östlichen Stadtrand gegenüber dem deutschen Friedhof; sie kehrte nach den Sommerferien in die Militärbaracken zurück.


Die Jahre 1920 bis 1946

1920 wurde der Deutsche Schulverein erneut und mit höheren Ansprüchen gegründet. Die Schule wurde ausgebaut, die Schulzeit verlängert. Von 1921 bis 1933 leitete Studienrat Wilhelm Sacklowski aus Berlin die Schule. Auch dank junger Lehrer aus Deutschland konnte das Unterrichtsniveau auf deutschen Standard gehoben werden, und 1928 wurde erstmals eine Abschlussprüfung für die UII (Klasse 10) abgehalten, die alle Schüler bestanden. Der Schulvorstand erfüllte die Forderung des Auswärtigen Amtes nach einer zweiten Oberschul-Lehrkraft und erhielt dafür die Erlaubnis, ab 1933 weitere Mittlere Reifeprüfungen abzuhalten. 1930 folgte zusätzlich eine ausgebildete Grundschullehrerin. Im Herbst 1933 übernahm Studienrat E. Salkowsky die Schulleitung, 1938 folgte ihm Dr. Gottfried Weiß nach.

1934 wurde ein Kindergarten eingerichtet, der u.a. Kinder mit deutschen Sprachdefiziten auf den deutschsprachigen Schulunterricht vorbereitete. Vier Grundschul- und fünf Oberschulklassen wurden nun von vier professionellen Lehrern in wechselnden Klassenverbänden unterrichtet. Die deutsche Schulreform aus den späten 20-er Jahren mit der Umstellung der Notenstufen und der verlängerten Grundschulzeit wurden ebenso vollzogen wie die Einführung des Englischen als erster und des Lateinischen als zweiter Fremdsprache. Der Französischunterricht wurde 1941 eingestellt.

Zweifellos beeinflusste die nationalsozialistische Machtübernahme den Lehrstoff wie die Zusammensetzung von Schülerschaft und Personal, ohne dass herausragende parteikonforme oder ideologische Aktivitäten nachgewiesen sind. Im Veranstaltungskalender fallen neben den gewöhnlichen jahreszeitlichen Feiern und musikalischen Abenden für die Deutsche Gemeinde heute die „Hindenburggedenkfeier“, das „Heldengedenken“ und der „Führergeburtstag“ auf. Die Themen der Abschlussprüfungen im Fach Deutsch umfassten allgemeine, nicht konkret politisch-ideologische Bereiche wie „Vor- und Nachteile des Lebens in Ostasien gegenüber dem in Deutschland“, „Deutsche Kräfte in Peking“ oder „Warum machen wir Schulausflüge?“ - Im April 1942 wurde die Schulglocke feierlich einer Metallsammlung als „Beitrag der Mithilfe zum Sieg im Kriege für ein Groß-Ostasien“ gespendet. Neben den Schulangehörigen waren Pressevertreter, ein deutscher Botschaftsbeamter und ein japanischer Generalmajor zugegen.

Das Freizeit- und Sportangebot umfasste monatliche Wandertage, am 1. Mai gab es das Deutsche Jugendfest in der Deutschen Botschaft mit Sportprogramm (Ende April als „Reichssportfest“) im Botschaftsgarten und Siegerehrung am 1. Mai. Eine Turnhalle, Tennisplätze und das Schwimmbad des Peking-Clubs standen den Schülern offen, im Winter war Eislaufen beliebt. Besichtigungen, Fahrradausflüge, Schullager und Filmvorführungen bereicherten das Angebot. Unterrichtet wurde an 210 Schultagen bei bis zu 37 Unterrichtsstunden in den oberen Klassen.

Schwankend, dann wieder ansteigend war die Schülerzahl in der Pekiger Deutschen Schule. 1937 waren es 46 Schüler, davon 29 ausländische Staatsangehörige, in der Folgezeit sank die Schülerzahl, vermutlich wegen Ausscheidens von nicht-deutschen Kindern, auf 40 im Jahr 1939. Nach Kriegsbeginn stieg die Schülerzahl wieder an, auch weil ortsansässige Familien ihre Kinder nicht mehr zur weiteren Schulausbildung ins Deutsche Reich schickten. Im Herbst 1942 kamen weitere Schüler dazu, deren Familien nicht mehr durch die Sowjetunion nach Deutschland zurückreisen konnten. 1943 besuchten 78 Kinder Schule und Kindergarten, 1945/46, im letzten Jahr ihres Bestehens, hatte sie 90 Schüler in neun Klassen.

Kurz nach Kriegsende legten sieben Schüler die Mittlere Reifeprüfung ab. Schulleiter Weiß, überzeugter Nationalsozialist, wurde von einem schulleitenden Dreierrat abgesetzt, die Leitung wurde Max Brann übertragen, der wegen „jüdischer Abstammung“ 1938 die deutsche Schule in Tianjin hatte verlassen müssen. Als in einer Versammlung von Deutschen die neuen Grundsätze der Schule dargestellt wurden, verließen einige letzte Nationalsozialisten protestierend den Raum.

Zum Schuljahrsbeginn im Herbst 1945 wurde Chinesisch als Pflichtfach eingeführt. Im November schlossen die amerikanischen Militärbehörden die Schule. Weiterer Unterricht fand einstweilen privat in Wohnungen statt.

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Die Seite wurde zuletzt aktualisiert am 11.08.2017.